Um spannungsführende Leiter bildet sich ein elektrisches Feld, um stromführende Leiter zusätzlich ein magnetisches Feld aus.
Da metallsiche Kapselungen – und ähnlich wirkt auch das elektrisch gut leitende Erdreich – elektrische Felder abschirmen, gibt es bei unterirdisch verlegten Kabeln und GIL kein elektrisches Aussenfeld; bei GIL auch kein magnetisches, da der Rückstrom im Aussenrohr das Feld des leiterstroms nahezu voll kompensiert.
Grenzwerte für Niederfrequenzanlagen
Effektivwerte der elektrischen Feldstärke und der magnetischen Flussdichte:

In Mikrotesla wird die Stärke eines elektromagnetischen Feldes gemessen, in einer durchschnittlichen Wohnung gilt ein Wert von 0,1 als normal. In Büros werden unter anderem aufgrund von Computerabstrahlungen ungefähr 0,2 Mikrotesla gemessen.
Höhere Werte gelten in Schweden bereits als gesundheitsgefährdend.
Schweizer Grenzwerte
In der Schweiz existiert die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) (vgl. dazu ionisierende Strahlung), welche die Immissionen vorsorglich begrenzt. Demnach gelten allgemein die von der WHO empfohlenen Grenzwerte. Für „Orte mit empfindlicher Nutzung“, wie zum Beispiel Schlaf-, Wohn-, Schul-, und Krankenzimmer, werden zusätzlich „Vorsorgliche Emissionsbegrenzungen“ festgelegt. Sie betragen – vereinfacht gesagt – 10 % (Hochfrequenz) bzw. 1 % (Niederfrequenz, Magnetfeld) der allgemeinen Grenzwerte.
Niedersachsen: "Freileitungen
sind Steinzeittechnik"
Rund
35.000 Unterschriften haben Bürgerinitiativen (BI) in
Niedersachsen gegen geplante 380-KV-Überlandleitungen
gesammelt, und sie kämpfen engagiert weiter für eine
komplette Erdverkabelung.
Die
niedersächsische Landesregierung reagierte auf die Proteste
mit dem im Dezember vergangenen Jahres verabschiedeten
Niedersächsischen Erdkabelgesetz sowie der Novellierung des
Landesraumordnungsprogramms (LROP). Danach müssten neue
Freileitungen mit mehr als 110 kV zu Siedlungen und
einzelnen Häusern mindestens 400 beziehungsweise 200 m
Abstand halten und dürfen Landschaftsschutzgebiete nicht
durchqueren.
Hochspannungsmasten verdoppeln das Risiko, an Demenz zu
sterben
Quellen:
Huss et al. 2008 (s.u.), UK News vom 11.11.2008,
Universität
Bern vom 06.11.2008 und Medizinauskunft.de vom
13.11.2008.
Evi
Gaigg, 13.11.2008, Diagnose-Funk
Die
Diskussion, ob elektromagnetische Felder das Risiko für
eine neurodegenerative Krankheit wie Alzheimer erhöhen,
wurde nun durch eine aktuelle Studie der Berner Universität
neu entfacht. Die Studie wurde unter der Führung von
Professor Matthias Egger am Institut für Sozial- und
Präventivmedizin mit Geldern des Schweizerischen
Nationalfonds durchgeführt.
Hierfür
wurden hierfür die Daten von
4.7 Millionen Einwohnern der
Schweiz ausgewertet. In dieser Population wurden die
Todesfälle der Jahre
2000 bis 2005 untersucht.
Man untersuchte die Todesursachen von Einwohnern, die 5, 10
und 15 Jahre lang näher als 50 Meter neben einer 220 bis
380 Kilovolt-Hochspannungsleitung lebten, und verglich
diese mit den Todesursachen von Personen, die über 600
Meter weit entfernt von einer Hochspannungsleitung wohnten.
Neben anderen neurodegenerativen Erkrankungen wurden
9200 Todesfälle durch Alzheimer in die
Studie eingeschlossen. Davon traten
20 Fälle bei Personen auf, die weniger als 50 Meter von
einer Hochspannungsleitung entfernt lebten.
Es fällt
auf, dass das Risiko mit der Wohndauer anstieg. Die
Wissenschafter fanden bei der Auswertung eine
Dosis-Reaktions-Beziehung zwischen
der Alzheimer-Krankheit und der
Lebensdauer in der Nähe einer
Hochspannungsleitung:
Personen, die 5 Jahre lang weniger als 50m entfernt von
einer Hochspannungsleitung wohnten, hatten ein 1.5fach
höheres Risiko an der Alzheimer-Krankheit zu sterben, als
Personen, die über 600m weit entfernt wohnten. Lebten sie
10 Jahre lang näher als 50m an den Leitungen, stieg das
Risiko auf das 1.78-fache. Nach 15 Jahren war das Risiko
doppelt so hoch. Ebenso fand man eine
Dosis-Reaktions-Beziehung zwischen
der Alzheimer-Krankheit und der
Nähe zur
Leitung.

Risiko
an der Alzheimer-Krankheit zu sterben gegenüber einem
Abstand von über 600 Metern zur
Hochspannungsleitung.
Keine
Zusammenhänge scheinen zwischen den 50 Hz-Magnetfeldern und
multipler Sklerose, Parkinson und amyotropher
Lateralsklerose zu bestehen.
Das
Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität
Bern erhärtete bereits in einer
früheren Studie, dass
Personen, die im
Beruf starken magnetischen Feldern ausgesetzt
sind,
ein erhöhtes Risiko tragen, an Alzheimer zu erkranken
(Röösli et al. 2007, s.u.). Mit dieser neuen Studie handelt
es sich um die
weltweit erste Studie, die sich im
Wohnumfeld
mit dem Zusammenhang von
elektromagnetischen Feldern und neurodegenerativen
Erkrankungen
beschäftigt. Das
Dokument wurde im American Journal of Epidemiologie
veröffentlicht (Link siehe unten).
Der
Zusammenhang zwischen Kinderleukämie und
Hochspannungsleitungen wird mittlerweile in der Fachwelt
akzeptiert, es gibt jedoch immer häufiger auch Hinweise auf
andere Erkrankungen. Der Zusammenhang zu neurodegenerativen
Erkrankungen wird mit dieser Studie erneut erhärtet.
Das
britische Nachrichtenmagazin UK NEWS publizierte bereits
ein erstes Interview mit einem der weltweit führenden
Experten für gesundheitliche Auswirkungen von
Hochspannungsleitungen, Prof. Denis Henshaw von der
Universität Bristol (http://www.phy.bris.ac.uk/people/henshaw_dl/index.html).
Henshaw schätzt, dass 150’000 Briten innerhalb der
kritischen Zone von 50m von Hochspannungsanlagen
leben.
Er sagte
gegenüber der UK NEWS explizit,
es sei nun an der Zeit, Hochspannungsmasten in
dichtbesiedelten Gebieten abzubrechen und die Kabel in den
Boden zu verlegen.