Studie:
Leukämie-Risiko bei Kindern steigt in der Nähe von
Hochspannungsleitungen
Kinder, die in der Nähe von Hochspannungsleitungen
aufwachsen, erkranken häufiger an Leukämie als Kinder,
deren Zuhause weit von Starkstromleitungen entfernt liegt.
Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der
Universität Oxford[1] in der
Studie "Childhood cancer in relation to distance from high
voltage power lines in England and Wales: a case-control
study". Die Wissenschaftler hatten dazu die Wohnorte von
29.000 krebskranken Kindern auf der Insel untersucht und
festgestellt, dass überdurchschnittlich viele an Leukämie
erkrankte Kinder in der Nähe von Überlandleitungen leben.
Kinder,
die zum Zeitpunkt ihrer Geburt weniger als 200 Meter von
einer Hochspannungsleitung entfernt wohnen, haben demnach
ein 70 Prozent höheres Risiko an Leukämie zu erkranken als
Kinder, deren Zuhause mehr als 600 Meter davon entfernt
liegt. Leben Kinder in einer räumlichen Entfernung von 200
bis 600 Metern zu den Überlandleitungen, ist das Risiko
einer Leukämie-Erkrankung gegenüber der weiter entfernt
wohnenden Vergleichsguppe laut Studie um 20 Prozent größer.
Die
Autoren, die ihre epidemiologischen Erkenntnisse jetzt in
der Fachzeitschrift
British Medical Journal[2]
veröffentlicht
haben, weisen allerdings darauf hin, dass es für die
statistischen Daten derzeit keine medizinische Begründung
gibt.
Möglicherweise hätten auch soziale Aspekte bei der
Wohnraumsuche zu diesen Trends geführt, weshalb nun weitere
Untersuchungen nötig seien. Aufgeschreckte Eltern fordern
unterdessen den Staat auf, Schulen und Kindergärten künftig
nur noch mit gebührendem Abstand zu Hochspannungsmasten und
Überlandleitungen zu bauen.